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Hier eine ausführliche Antwort zur Frage:

Gospel / Spiritual – Ja, was denn nun?

Es handelt sich hier um eine Abhandlung von Hans Jörg Fiehl, http://www.fiehl-good-music.de (Komponist und Chorleiter von Colours of Gospel Mainz), der seit seinem 14.Lebensjahr dem Gospel in allen Facetten zugetan ist und auch regelmäßig in das Mutterland der Gospelmusik reist um sich dort fortzubilden. Viel Spaß! Und ein herzliches Dankeschön an H.J. Fiehl für die freundliche Genehmigung, einige Passagen der sehr interessanten und umfangreichen Abhandlung, die er während seines Studiums an der Universität im Jahr 2008 verfasst hat, hier zu veröffentlichen.

    Der Begriff Spiritual

    "Spiritual" ist die Kurzbezeichnung für "Spiritual Song", die man mit dem Begriff "Geistliches Lied" übersetzen kann (1). Das besondere Kennzeichen dieser "Spiritual Songs" war die Verknüpfung von christlichen Texten mit populären Volksmelodien. Diese neue Form des gemeindlichen Gesangs diente den christlichen Pionieren in den englischen Kolonien Amerikas in den Folgejahren dazu, das Absingen eintöniger Psalmen, wie es in der englischen Kirchenmusik jahrhundertelang üblich war, abzulösen und die Gottesdienste musikalisch zu reformieren. Gleichzeitig konnte durch die Einfachheit und Lebendigkeit der Melodien bzw. Bildhaftigkeit der Texte dieser neuen geistlichen Lieder ein Wechselgesang zwischen Pfarrern bzw. Vorsängern und der Gemeinde entstehen, der es auch den zahlenmäßig stark vertretenen analphabetischen Gemeindemitgliedern ermöglichte, am Gottesdienst aktiv mitzuwirken. In der frühen Zeit der Spirituals gab es keinerlei Bezug zu den Liedern der schwarzen Sklaven Amerikas (2) und so kann man im Sinne von G.P. Jackson, der, um eine Verwechslung der von weißen Kirchenmusikern komponierten Spirituals mit den Spirituals der schwarzen Bevölkerung auszuschließen, eine Begriffsunterscheidung zwischen "Negro Spirituals" und "White Spirituals" vornahm (3) bei diesen ersten Spirituals durchaus von "White Spirituals" sprechen.     Die Negro Spirituals entstanden in der Sklavenzeit "und spiegeln die Situation der Unterdrückung, Entfremdung, der Entrechtung" (4) wider. In ihnen drückte sich inhaltlich vor allem die Hoffnung auf Befreiung und die Identifikation mit dem Volk Israel aus. Gleichzeitig motivierten sie aber auch zum Widerstand. Ihre Bilderwelt entstammt vor allem dem Alten Testament.

    Musikalische Merkmale des Spiritual

    Die erste besondere afrikanische Eigenart der Negro Spirituals liegt in der ausgeprägten Rhythmik. Diese spielte nicht nur im Gesang der Sklaven in Amerika eine absolut dominierende Rolle. Schon lange vor der Verschleppung nach Amerika wurden alle Bereiche des Lebens der Schwarzen von dieser Rhythmik begleitet. So benutzten die Schwarzen sie bei der Arbeit, aber vor allem auch während ihrer rituellen Kontaktaufnahmen zu ihren Gottheiten. Das Trommeln, das von den Sklavenhaltern schon sehr frühzeitig verboten wurde, weil es den Sklaven als Kommunikationshilfe bei ihren Fluchtversuchen diente, fand seine Nachfolge im Negro Spiritual dann durch Händeklatschen und Fußstampfen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der wesentliche Unterschied in der Erfassung von Rhythmus zwischen Europäer und Afrikaner darin liegt, dass die Europäer ihn eher vom Gehör her, der Afrikaner hingegen aus der Bewegung erfasst. Tanz, Rhythmus und Musik sind für den Afrikaner nicht voneinander zu trennen.     Wenn Afrikaner musizierten, taten sie das schon immer in Gemeinschaft. Die Aufteilung in Musiker, bzw. Interpret und Zuhörer ist dem afrikanischen Musikverständnis völlig unbekannt. So findet sich als typisches Merkmal des Negro Spiritual die Antiphonie, der Wechselgesang zwischen Vorsänger und Chor, auch "Call and Response" (Ruf und Antwort) genannt. Ein weiteres afrikanisch geprägtes Element der frühen Negro Spirituals ist die Besonderheit der afrikanischen Tonalität. In ihr herrschte die Pentatonik, also die Verwendung einer Tonleiter vor, die im Gegensatz zum Siebentonsystem der europäischen Musik lediglich fünf Töne verwendete.     Erst später entstand dann auch in der afroamerikanischen Musik die Heptatonik, in dem die Terz und die Septime, die so genannten "Blue Notes", ergänzt wurden. "Diese Intervalle sind es auch, die die afrikanische und die afroamerikanische Musik nach wie vor von der europäischen Dur-Moll Modalität unterscheiden"(5) .     Ein letztes besonderes Merkmal, das auf die afrikanischen Wurzeln des Negro Spiritual zurückgeführt werden kann, ist das "Timbre", die besondere Klangfarbe der Stimme im afrikanischen Gesang. Die Schwarzen entwickelten bei ihrem Gesang eine Fülle an Differenzierungsmöglichkeiten einzelner Töne. Hierbei ging es vor allem darum, der jeweils persönlichen Stimmung unmittelbar Ausdruck zu verleihen. So entstanden Töne, die einerseits bis hin zu einem unreinen Schreien rau und heißer klangen, andererseits aber auch durchaus angenehm weich und zart auf die Ohren wirkten. Bis heute fasziniert noch diese außergewöhnliche Singtechnik, die in den afroamerikanischen Musikformen erhalten blieb und besonders im Gesang der großen Gospelinterpreten des letzten Jahrhunderts, wie zum Beispiel bei Mahalia Jackson, besondere Perfektion erlangte und weltweit Beachtung fand.

    Der Begriff Gospel

    Der Begriff „Gospel" ist etymologisch hergeleitet vom altenglischen "gōdspel", zusammengesetzt aus "gōd", was gut bedeutet, und "spel", das für Erzählung oder Nachricht steht. So bedeutet Gospel also "gute Nachricht" (6). Da man somit unter dem Begriff Gospel auch die englische Übersetzung des griechischen Wortes "ευαγγελιoν" (Evangelium) verstehen kann, wird Gospel in Amerika, um ihn eindeutig als christliche Musikrichtung oder christliches Lied zu kennzeichnen, mit den Zusätzen "Music" bzw. „Song“ versehen. In Europa verzichtet man meist darauf und versteht unter dem Begriff "Gospel" in erster Linie christliche afroamerikanische Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. In weiteren Sinn wird der Begriff auch für christliche englisch gesungene Musik im europäischen Raum bis hin zu christlicher Popmusik im Allgemeinen verwendet.

    Musikalische Merkmale des Gospel

    Um den musikalischen Wurzeln der afroamerikanischen Gospelsongs gerecht zu werden, muss man erste Einflüsse in der Mitte des 18. Jahrhunderts suchen. In dieser Zeit wurden neben den Negro Spirituals von den Sklaven auf den Plantagen melancholische, rhythmisch einfache weltliche Lieder, so genannte "Worksongs“ gesungen, die sich auf immer wiederholenden Akkorden und musikalischen Abfolgen aufbauten. Ähnlich den Negro Spirituals gab es einen Ruf- und Antwortgesang, der sich in Refrains und improvisierten Strophen ständig wiederholte – Die Musikrichtung "Blues“, sozusagen die weltliche Parallele zur Gospelmusik, war somit geboren. In etwa demselben Zeitraum entstand auch der "Ragtime“, der sich vor allem durch seine Virtuosität und starke Synkopisierung vom "Blues“ unterschied, musikalisch aber nicht weniger Einfluss auf die Gospelsongs des 20. Jahr- hunderts hatte. Anfang unseres Jahrhunderts entwickelte sich schließlich noch der "Jazz“, eine Musik, die über bestimmte musikalische Grundthemen frei improvisierte und in der Gesang und durch den technologischen Fortschritt hinzugekommene, verschiedenste Instrumente wie Klavier, Saxophon oder elektrisch verstärkte Gitarre gleichberechtigt nebeneinander standen. Diese drei von Afroamerikanern entwickelten Musikrichtungen sollten die neuen geistlichen Lieder der afroamerikanischen Bevölkerung des 20. Jahrhunderts entscheidend musikalisch mitprägen.     So war die Entwicklung hin zu einem neuen, vom Jazz inspirierten Stil, nicht mehr aufzuhalten. In den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts zogen die Stilelemente des Jazz besonders in den großen Städten in die immer größer werdenden Kirchen ein. Mit diesem neuen Klangbild veränderte sich auch die Bezeichnung für die Musik der afroamerikanischen Christen. Da die neuen Lieder schwerpunktmäßig neutestamentliche Themen zum Inhalt hatten und oftmals von der persönlichen Beziehung der Komponisten zu Jesus berichteten und eben die Identifikation mit dem versklavten Volk Israels seitens der Schwarzen kaum noch vorhanden war, sprach man fortan von „Gospelsongs“ bzw. „Gospelmusic“. Literaturverzeichnis 1,2 DOERING, T. Gospel, Musik der guten Nachricht. Neunkirchen-Vluyn: Aussaat Ver. 3 JACKSON, G. P. (1943). White and Negro Spirituals. New York: J.J. Augustin. 4 DEUTSCH, W. O. (2007). Spirituals und Gospels sind nicht dasselbe. Ein Beitrag zur Unterscheidung. In In: Arbeitsstelle für Gottesdienst und Kindergottesdienst der EKiR: Thema: Gottesdienst, Schwerpunkt: Jungendkirche (S. S.45-51). Wuppertal. 5 SCHMIDT-JOOS, S. (1961). Gesang aus der Tiefe. Hamburg: Furche Verlag. 6 KLUGE, F. (1995). Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Berlin: Verlag Walter de Gruyter, 22., neu bearbeitete Auflage. Alle Quellen zitiert bei: Hans Jörg Fiehl, Universität Koblenz-Landau in Koblenz, Thema: Gospels und Spirituals als Zugangsmöglichkeit zum fächerübergreifenden Unterricht, 2008.
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Gospel / Spiritual – Ja, was denn nun?

Es handelt sich hier um eine Abhandlung von Hans Jörg Fiehl, http://www.fiehl-good-music.de (Komponist und Chorleiter von Colours of Gospel Mainz), der seit seinem 14.Lebensjahr dem Gospel in allen Facetten zugetan ist und auch regelmäßig in das Mutterland der Gospelmusik reist um sich dort fortzubilden. Viel Spaß! Und ein herzliches Dankeschön an H.J. Fiehl für die freundliche Genehmigung, einige Passagen der sehr interessanten und umfangreichen Abhandlung, die er während seines Studiums an der Universität im Jahr 2008 verfasst hat, hier zu veröffentlichen.

    Der Begriff Spiritual

    "Spiritual" ist die Kurzbezeichnung für "Spiritual Song", die man mit dem Begriff "Geistliches Lied" übersetzen kann (1). Das besondere Kennzeichen dieser "Spiritual Songs" war die Verknüpfung von christlichen Texten mit populären Volksmelodien. Diese neue Form des gemeindlichen Gesangs diente den christlichen Pionieren in den englischen Kolonien Amerikas in den Folgejahren dazu, das Absingen eintöniger Psalmen, wie es in der englischen Kirchenmusik jahrhundertelang üblich war, abzulösen und die Gottesdienste musikalisch zu reformieren. Gleichzeitig konnte durch die Einfachheit und Lebendigkeit der Melodien bzw. Bildhaftigkeit der Texte dieser neuen geistlichen Lieder ein Wechselgesang zwischen Pfarrern bzw. Vorsängern und der Gemeinde entstehen, der es auch den zahlenmäßig stark vertretenen analphabetischen Gemeindemitgliedern ermöglichte, am Gottesdienst aktiv mitzuwirken. In der frühen Zeit der Spirituals gab es keinerlei Bezug zu den Liedern der schwarzen Sklaven Amerikas (2) und so kann man im Sinne von G.P. Jackson, der, um eine Verwechslung der von weißen Kirchenmusikern komponierten Spirituals mit den Spirituals der schwarzen Bevölkerung auszuschließen, eine Begriffsunterscheidung zwischen "Negro Spirituals" und "White Spirituals" vornahm (3) bei diesen ersten Spirituals durchaus von "White Spirituals" sprechen.     Die Negro Spirituals entstanden in der Sklavenzeit "und spiegeln die Situation der Unterdrückung, Entfremdung, der Entrechtung" (4) wider. In ihnen drückte sich inhaltlich vor allem die Hoffnung auf Befreiung und die Identifikation mit dem Volk Israel aus. Gleichzeitig motivierten sie aber auch zum Widerstand. Ihre Bilderwelt entstammt vor allem dem Alten Testament.

    Musikalische Merkmale des Spiritual

    Die erste besondere afrikanische Eigenart der Negro Spirituals liegt in der ausgeprägten Rhythmik. Diese spielte nicht nur im Gesang der Sklaven in Amerika eine absolut dominierende Rolle. Schon lange vor der Verschleppung nach Amerika wurden alle Bereiche des Lebens der Schwarzen von dieser Rhythmik begleitet. So benutzten die Schwarzen sie bei der Arbeit, aber vor allem auch während ihrer rituellen Kontaktaufnahmen zu ihren Gottheiten. Das Trommeln, das von den Sklavenhaltern schon sehr frühzeitig verboten wurde, weil es den Sklaven als Kommunikationshilfe bei ihren Fluchtversuchen diente, fand seine Nachfolge im Negro Spiritual dann durch Händeklatschen und Fußstampfen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der wesentliche Unterschied in der Erfassung von Rhythmus zwischen Europäer und Afrikaner darin liegt, dass die Europäer ihn eher vom Gehör her, der Afrikaner hingegen aus der Bewegung erfasst. Tanz, Rhythmus und Musik sind für den Afrikaner nicht voneinander zu trennen.     Wenn Afrikaner musizierten, taten sie das schon immer in Gemeinschaft. Die Aufteilung in Musiker, bzw. Interpret und Zuhörer ist dem afrikanischen Musikverständnis völlig unbekannt. So findet sich als typisches Merkmal des Negro Spiritual die Antiphonie, der Wechselgesang zwischen Vorsänger und Chor, auch "Call and Response" (Ruf und Antwort) genannt. Ein weiteres afrikanisch geprägtes Element der frühen Negro Spirituals ist die Besonderheit der afrikanischen Tonalität. In ihr herrschte die Pentatonik, also die Verwendung einer Tonleiter vor, die im Gegensatz zum Siebentonsystem der europäischen Musik lediglich fünf Töne verwendete.     Erst später entstand dann auch in der afroamerikanischen Musik die Heptatonik, in dem die Terz und die Septime, die so genannten "Blue Notes", ergänzt wurden. "Diese Intervalle sind es auch, die die afrikanische und die afroamerikanische Musik nach wie vor von der europäischen Dur-Moll Modalität unterscheiden"(5) .     Ein letztes besonderes Merkmal, das auf die afrikanischen Wurzeln des Negro Spiritual zurückgeführt werden kann, ist das "Timbre", die besondere Klangfarbe der Stimme im afrikanischen Gesang. Die Schwarzen entwickelten bei ihrem Gesang eine Fülle an Differenzierungsmöglichkeiten einzelner Töne. Hierbei ging es vor allem darum, der jeweils persönlichen Stimmung unmittelbar Ausdruck zu verleihen. So entstanden Töne, die einerseits bis hin zu einem unreinen Schreien rau und heißer klangen, andererseits aber auch durchaus angenehm weich und zart auf die Ohren wirkten. Bis heute fasziniert noch diese außergewöhnliche Singtechnik, die in den afroamerikanischen Musikformen erhalten blieb und besonders im Gesang der großen Gospelinterpreten des letzten Jahrhunderts, wie zum Beispiel bei Mahalia Jackson, besondere Perfektion erlangte und weltweit Beachtung fand.

    Der Begriff Gospel

    Der Begriff „Gospel" ist etymologisch hergeleitet vom altenglischen "gōdspel", zusammengesetzt aus "gōd", was gut bedeutet, und "spel", das für Erzählung oder Nachricht steht. So bedeutet Gospel also "gute Nachricht" (6). Da man somit unter dem Begriff Gospel auch die englische Übersetzung des griechischen Wortes "ευαγγελιoν" (Evangelium) verstehen kann, wird Gospel in Amerika, um ihn eindeutig als christliche Musikrichtung oder christliches Lied zu kennzeichnen, mit den Zusätzen "Music" bzw. „Song“ versehen. In Europa verzichtet man meist darauf und versteht unter dem Begriff "Gospel" in erster Linie christliche afroamerikanische Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. In weiteren Sinn wird der Begriff auch für christliche englisch gesungene Musik im europäischen Raum bis hin zu christlicher Popmusik im Allgemeinen verwendet.

    Musikalische Merkmale des Gospel

    Um den musikalischen Wurzeln der afroamerikanischen Gospelsongs gerecht zu werden, muss man erste Einflüsse in der Mitte des 18. Jahrhunderts suchen. In dieser Zeit wurden neben den Negro Spirituals von den Sklaven auf den Plantagen melancholische, rhythmisch einfache weltliche Lieder, so genannte "Worksongs“ gesungen, die sich auf immer wiederholenden Akkorden und musikalischen Abfolgen aufbauten. Ähnlich den Negro Spirituals gab es einen Ruf- und Antwortgesang, der sich in Refrains und improvisierten Strophen ständig wiederholte – Die Musikrichtung "Blues“, sozusagen die weltliche Parallele zur Gospelmusik, war somit geboren. In etwa demselben Zeitraum entstand auch der "Ragtime“, der sich vor allem durch seine Virtuosität und starke Synkopisierung vom "Blues“ unterschied, musikalisch aber nicht weniger Einfluss auf die Gospelsongs des 20. Jahr-hunderts hatte. Anfang unseres Jahrhunderts entwickelte sich schließlich noch der "Jazz“, eine Musik, die über bestimmte musikalische Grundthemen frei improvisierte und in der Gesang und durch den technologischen Fortschritt hinzugekommene, verschiedenste Instrumente wie Klavier, Saxophon oder elektrisch verstärkte Gitarre gleichberechtigt nebeneinander standen. Diese drei von Afroamerikanern entwickelten Musikrichtungen sollten die neuen geistlichen Lieder der afroamerikanischen Bevölkerung des 20. Jahrhunderts entscheidend musikalisch mitprägen.     So war die Entwicklung hin zu einem neuen, vom Jazz inspirierten Stil, nicht mehr aufzuhalten. In den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts zogen die Stilelemente des Jazz besonders in den großen Städten in die immer größer werdenden Kirchen ein. Mit diesem neuen Klangbild veränderte sich auch die Bezeichnung für die Musik der afroamerikanischen Christen. Da die neuen Lieder schwerpunktmäßig neutestamentliche Themen zum Inhalt hatten und oftmals von der persönlichen Beziehung der Komponisten zu Jesus berichteten und eben die Identifikation mit dem versklavten Volk Israels seitens der Schwarzen kaum noch vorhanden war, sprach man fortan von „Gospelsongs“ bzw. „Gospelmusic“. Literaturverzeichnis 1,2 DOERING, T. Gospel, Musik der guten Nachricht. Neunkirchen- Vluyn: Aussaat Ver. 3 JACKSON, G. P. (1943). White and Negro Spirituals. New York: J.J. Augustin. 4 DEUTSCH, W. O. (2007). Spirituals und Gospels sind nicht dasselbe. Ein Beitrag zur Unterscheidung. In In: Arbeitsstelle für Gottesdienst und Kindergottesdienst der EKiR: Thema: Gottesdienst, Schwerpunkt: Jungendkirche (S. S.45-51). Wuppertal. 5 SCHMIDT-JOOS, S. (1961). Gesang aus der Tiefe. Hamburg: Furche Verlag. 6 KLUGE, F. (1995). Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Berlin: Verlag Walter de Gruyter, 22., neu bearbeitete Auflage. Alle Quellen zitiert bei: Hans Jörg Fiehl, Universität Koblenz-Landau in Koblenz, Thema: Gospels und Spirituals als Zugangsmöglichkeit zum fächerübergreifenden Unterricht, 2008.
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